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03-42-3

"Die Berücksichtigung des operationellen Risikos in der Neuen Baseler Eigenkapitalvereinbarung (Basel II)"

Von Birgit Claußmeyer

Der neue Baseler Kapital-Akkord (Basel II) rückt neben den Markt- und Kreditrisiken einen neuen Gesichtspunkt in den Fokus des Interesses: das operationelle Risiko

Das Schattendasein des operationellen Risikos hat ein Ende. Banken und Aufsicht haben erkannt, dass das operationelle Risiko einen exorbitanten Risikofaktor darstellt. Voluminöse Verlustszenarien der Vergangenheit haben die große Bedeutung und das Format resultierender Verluste aufgezeigt und das Bewusstsein für diese Risikokategorie gestärkt. Operationelle Risiken stehen derzeit im Fokus des Interesses.

Diese Einsicht erzwingt eine Unterlegung dieser Risiken mit regulatorischem Eigenkapital. Angelehnt an die Regelungen im Kreditrisikobereich und den daraus gewonnen Erfahrungen, strebt der Baseler Ausschuss für Bankenaufsicht auch für Operationelle Risiken an, Anreize für die Entwicklung und stetige Verbesserung bankinterner Bewertungsmethoden zu schaffen. Ziel ist es, in naher Zukunft Quantifizierungsmodelle auszufeilen, die der Präzision derer im Markt- und Kreditrisiko in nichts nachstehen. Erstmals werden die Institute verpflichtet, Eigenkapitalanforderungen einzuhalten, um sich gegen Verluste aus operationellen Risiken zu schützen.

In der vorliegenden Arbeit wird vor dem Hintergrund der Neuen Baseler Eigenkapitalübereinkunft die Größenordnung dieses bedeutenden Risikofaktors betrachtet. Ziel der Arbeit ist es herauszuarbeiten, ob und wie weit die Größe "Operational Risk" im Rahmen der regulatorisch anerkannten Messmodelle, wie gefordert, vom externen Betrachter erfassbar ist. Zu diesem Zweck werden zunächst einige grundlegende Begriffe definiert und beispielhafte Ansätze zur Listung und Messbarkeit operationeller Risiken betrachtet. Anschließend wird als Basis für die nachfolgende Thematik ein kurzer Anriss des Risikomanagementablaufes in Form eines Phasenschemas gegeben. Das Kernthema befasst sich gegenständlich mit der Quantifizierung des operationellen Risikos in Kreditinstituten. Nach einem bündigen Methodenüberblick finden die Messmethodiken, gefächert nach Risikosensitivität und Komplexitätsgrad, einzeln genauere Betrachtung. Mittels Berechnungsbeispielen auf Basis von Geschäftsberichten ausgewählter Institute wird gezeigt, inwieweit ein Außenstehender (bspw. ein Aktionär) die Größenordnung operationeller Risiken berechnen bzw. die im Jahresabschluss offen gelegten Risikoquantifizierungen nachvollziehen kann, und wo ihm Grenzen gesetzt sind. Da die Quantifizierungsmethoden, wie bis zu diesem Punkt deutlich wird, einen Aufbau von Schadensfalldatenbanken obligat werden lassen, widmet sich die Arbeit abschließend dem Nutzen und den Anforderungen derselben.

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