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98-15-1

"Quantifizierung von Kreditrisiken unter besonderer Berücksichtigung von Übergangswahrscheinlichkeiten innerhalb von Kreditratingsystemen"

Von Thomas Stausberg

Aufgrund der herausragenden Bedeutung des Kreditgeschäfts innerhalb der Geschäftstätigkeit einer Bank ist das Management von Kreditrisiken als die Schlüsselaufgabe des bankbetrieblichen Risikomanagements zu bezeichnen. Hieraus ergibt sich der dringende Bedarf an geeigneten Risikoquantifizierungsverfahren für den Bereich der Kreditrisiken.

Bei den bislang in der Praxis angewandten Risikoquantifizierungsverfahren steht im wesentlichen der individuelle Kreditnehmer im Mittelpunkt der Betrachtung: Sowohl fundamentalanalytische Verfahren (insbesondere die Analyse finanzwirtschaftlicher Kennzahlen) als auch empirisch-induktive Verfahren (wie Diskriminanzanalyse) streben danach, die Ausfallwahrscheinlichkeit eines einzelnen Kreditnehmers abzuschätzen, um so potentielle bonitätsbedingte Risiken bemessen zu können. Bei dieser Betrachtungsweise werden jedoch die Einflüsse von Korrelationsaspekten hinsichtlich der Bonitätsentwicklung der im Portefeuille enthaltenen Kreditnehmer auf die Risikostruktur der Bank nicht ausreichend berücksichtigt. Um diese konzeptionelle Lücke zu schließen, wurde im Frühjahr 1997 von J.P. Morgan mit der Publikation "CreditMetrics. Technical Document" ein portefeuillebezogenes (damit also Korrelationsaspekte berücksichtigendes) internes Risikoquantifizierungsmodell für Kreditrisiken veröffentlicht. Den zentralen Input des CreditMetrics Konzeptes bilden Übergangswahrscheinlichkeiten innerhalb von Kreditratingsystemen.

Die vorliegende Arbeit stellt am Beispiel eines aus Anleihen bestehenden Kreditportefeuilles die grundlegende Vorgehensweise des CreditMetrics Konzeptes ausführlich dar. Aufbauend auf dieser grundlegenden Darstellung wird in der Arbeit eine notwendige konzeptionelle Erweiterung vorschlagen, um letztlich für das betrachtete Beispielsportefeuille die Risikomeßgröße Value-at-Risk (VaR) angeben zu können. Diese bezeichnet - in Analogie zur mittlerweile in der Praxis hinlänglich bekannten VaR-Kennzahl für Marktrisikoportefeuilles - den für das Kreditportefeuille mit einer bestimmten Wahrscheinlichkeit eintretenden Maximalverlust aufgrund von Bonitätsverschlechterungen der im Portefeuille enthaltenen Kreditnehmer innerhalb eines bestimmten Zeitraums. Der so ermittelte Value-at-Risk könnte als Richtgröße für eine bereitzuhaltende Risikovorsorge - sowohl aus internen als auch aus aufsichtsrechtlichen Erwägungen - dienen.

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